Letztens hat mir meine Oma einen Brief geschrieben. Das war ein Fest: Briefkasten öffnen und sehen, dass er mal nicht leer ist, Emfängername lesen und feststellen, dass man selbst gemeint ist, dann den Brief genüsslich die Treppe hoch in die Wohnung tragen um ihn dann aufzureißen. Fein!
In diesem Brief fragte mich meine (stets praktisch denkende;-)) Oma, wie ich denn da eigentlich so wohne. Deshalb heut mal ein Blogeintrag zu unserer Multikulti - WG.
Unsere Wohnung liegt im ersten Stock und hat Gitter vor den Fenstern. Die ersten zwei Tage hab ich mich schon ein bisschen eingesperrt gefühlt, aber inzwischen fühle ich mich einfach sicher. Wenn man unsere klapprige Wohnungstür beim ersten Versuch aufbekommt, ist man wirklich spitze. Belohnt wird man mit dem Anblick eines kleinen dunklen Flurs, in dem sich ein Kühlschrank, ein klappriger Tisch ohne Stühle, eine funkelnagelneue Waschmaschine und eine Küchenzeile mit Spülbecken und - immerhin - einer funktionierenden Elektroherdplatte aneinanderreihen. Ach ja, Mikrowelle und Wasserkocher hätte ich fast vergessen, obwohl die das Überleben eigentlich erst möglich machen.
Unser Geschirr wird regelmäßig abgewaschen, da wir nur eine sehr begrenzte Auswahl an Tellern und Gläsern zur Verfügung haben - und vom Fußboden essen will man dann doch lieber nicht.
Um die Lebensmittelversorgung kümmert sich jeder selbst; das ist unkomplizierter, denn wie sollte ich es vor Ugur (dem türkischen Vegetarier) rechtfertigen, dass ich Geld aus der Haushaltskasse für Wiener Würstchen ausgebe.
Weiter geht's mit dem Bad: Klein aber fein und leider ohne Tageslicht, aber ich will ja auch keine zu hohen Ansprüche stellen. Leider ist die Schiebetür an der Dusche kaputt, so dass man nach dem Duschen immer erst mal das Bad wischen muss - da bleibt der Staub wenigstens nicht überall liegen;-).
Elodie und ich teilen uns ein Zimmer, ich schätze es mal so grob auf 20 qm - also recht geräumig. Unsere Betten stehen weit genug auseinander, so dass wir uns nicht direkt auf der Pelle hocken müssen und auch mit den Schränkchen, die im Zimmer verteilt stehen, konnten wir uns arrangieren. Sogar einen riesengroßen Fernseher haben wir im Zimmer - funktionieren tut der allerdings nicht.
Absolut prima und für den EFD überhaupt nicht selbstverständlich ist, dass wir hier einen kostenlosen Internetzugang haben - weshalb ihr euch auch jeden Tag neue Unwichtigkeiten aus meinem Leben durchlesen könnt.
Wir verstehen uns alle recht gut miteinander, auch wenn Ugur eher allein vor sich hinwurstelt - schon allein, weil er die Chance hat auch mal die Tür zuzumachen. Und mit Klein - Elodie kann ich mich ganz gut arrangieren. Uns trennen Welten, aber wir lassen das beide nicht so raushängen und so passt das ganz gut.
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