Ich habe ein polnisches Wort verstanden. Ich meine ein Wort, dass nicht "Guten Tag" oder "Vielen Dank" bedeutet. Das Wort heißt Kugelschreiber. Ich würde jetzt ja gern das polnische Wort aufschreiben, aber ich kann auf meiner Tastatur kein durchgestrichenes L finden. Geprochen wirds: Dougopiß.
Momentan ist in Danzig ein Kulturfestival und gestern abend haben auf dem großen Platz hinter dem Goldenen Tor eine Band aus Nigeria, eine aus Angola und eine aus Jamaica gespielt. Großer Spaß! Das sonst so gesetzt wirkende Gdansk zappelt zu Reggae und irgendwelche Hippies pusten Seifenblasen in die Luft, während der polnische Nigerianer auf der Bühne von "No more bloodshed, no no no no more war!" singt. Und mitten in diesem Gewühl fragt eine Frau nach einem Kugelschreiber. Und ich habe sie verstanden. Einen Kugelschreiber hatte ich leider nicht, sonst hätte ich auch noch ein erfreutes "Tak!" von mir geben können.
Sonntag, 30. September 2007
Samstag, 29. September 2007
Urlaub für die Seele und Danzigs Grünau
Heute habe ich Urlaub gemacht.
Bis jetzt habe ich in diesem Blog noch nicht viel gutes an Elodie gelassen, was zugegeben nicht ganz fair ist. Und eins ist an ihr wirklich prima: Sie holt mich aus der Wohnung raus.
Per SKM (ein klappriger S-Bahn-Verschnitt) sind wir in den Stadtteil Gdansk Oliwa gefahren, haben uns dort auf eine Parkbank gehockt, bis wir vom Herbstwind so durchgefröstelt waren, dass auch die müden Sonnenstrahlen nicht mehr viel ausrichten konnten. Dann weiter zum Strand, barfuss durch den Sand, das Meerwasser umspült die Füße, der Wind pustet den Kopf klar. Hinterher eine Heiße Schokolade in einem Café mit Meerblick und ohne Charme. Wahrscheinlich war das genau das Programm, das ich heut gebraucht hab. Es war ein bisschen wie Urlaub für die Seele.
Auf dem elend langen Weg zurück vom Strand zur nächsten SKM - Haltestelle sind wir durch den wunderschönen Stadteil Gdansk Przymorze gelaufen. Ich glaube dieser Stadtteil unterscheidet sich von Leipzig Grünau nur dadurch, dass er größer ist. Ein anrührendes Bild fand ich aber auch in dieser tristen Gegend: An der schmalen Seite eines überdimensionalen Wohnblocks aus längst vergangenen Zeiten hat jemand einen winzigen Garten angelegt, mit niedrigem Zaun und bunten Blümchen - ein Fleckchen Hoffnung im grau der Blocks, so schien es. Auf einem Balkon hingen Pilze zum trocknen auf der Leine.
Bis jetzt habe ich in diesem Blog noch nicht viel gutes an Elodie gelassen, was zugegeben nicht ganz fair ist. Und eins ist an ihr wirklich prima: Sie holt mich aus der Wohnung raus.
Per SKM (ein klappriger S-Bahn-Verschnitt) sind wir in den Stadtteil Gdansk Oliwa gefahren, haben uns dort auf eine Parkbank gehockt, bis wir vom Herbstwind so durchgefröstelt waren, dass auch die müden Sonnenstrahlen nicht mehr viel ausrichten konnten. Dann weiter zum Strand, barfuss durch den Sand, das Meerwasser umspült die Füße, der Wind pustet den Kopf klar. Hinterher eine Heiße Schokolade in einem Café mit Meerblick und ohne Charme. Wahrscheinlich war das genau das Programm, das ich heut gebraucht hab. Es war ein bisschen wie Urlaub für die Seele.
Auf dem elend langen Weg zurück vom Strand zur nächsten SKM - Haltestelle sind wir durch den wunderschönen Stadteil Gdansk Przymorze gelaufen. Ich glaube dieser Stadtteil unterscheidet sich von Leipzig Grünau nur dadurch, dass er größer ist. Ein anrührendes Bild fand ich aber auch in dieser tristen Gegend: An der schmalen Seite eines überdimensionalen Wohnblocks aus längst vergangenen Zeiten hat jemand einen winzigen Garten angelegt, mit niedrigem Zaun und bunten Blümchen - ein Fleckchen Hoffnung im grau der Blocks, so schien es. Auf einem Balkon hingen Pilze zum trocknen auf der Leine.
Freitag, 28. September 2007
Tage wie dieser
Es gibt Tage, an denen passiert einfach nichts spannendes. Es gibt Tage, die sind einfach viel zu lang und wehren sich mit Händen und Füßen dagegen endlich zu vergehen.
Diese Tage haben die schlechte Eigenschaft viel zu viel Platz zum denken zu lassen - und das ist in den seltensten Fällen gesund!
Aber ich habe Hoffnung, denn es ist dunkel draußen und daraus schlussfolgere ich einfach mal ganz kühn, dass dieser Tag zu Ende geht.
Auf dass es morgen besser wird!
Diese Tage haben die schlechte Eigenschaft viel zu viel Platz zum denken zu lassen - und das ist in den seltensten Fällen gesund!
Aber ich habe Hoffnung, denn es ist dunkel draußen und daraus schlussfolgere ich einfach mal ganz kühn, dass dieser Tag zu Ende geht.
Auf dass es morgen besser wird!
Donnerstag, 27. September 2007
Cola in Papryka und eine Erkenntnis
Mit Englisch kommt man in Polen nicht besonders weit. Die Erkenntnis hab ich schon bei meiner Anreise auf dem Hauptbahnhof in Stettin gewonnen. Der freundliche Kofferträger, der sich mit meinem geschätzten 100kilo - Gepäck abquälte, sprach kein Wort Englisch. Die Klofrau auch nicht. Und auch nicht der Azubi am Ticketschalter. Man kann sich mit Händen und Füßen verständigen, ja, aber mit Englisch kommt man häufig nicht besonders weit. Als ich dann feststellen musste, dass auch die Kommunkation mit meinen Mitbewohner nicht unbedingt auf soliden Englischkenntnissen fußt, fragte ich mich dann doch, wozu mir diese Sprache hier noch ernsthaft was nützen sollte. Gestern abend bei einem Glas guter alter Coca Cola in einem Club in Sopot namens "Paprycka" kam mir die Erkenntnis: Meine Englischkenntnisse haben einen Tauschwert! Ugur (mein türkischer Mitbewohner), Jacek und Ania (Freunde unserer Mentorin Natalia) und ich lauschten der Jam - Session und lachten über den Spaßvogel, der am Mikrofon rumhampelte und Anstalten machte seine Sweatjacke mit der Aufschrift "American" zu öffen, während er trunken durch seine gelbe Sonnenbrille blinzelte. Da sagt Jacek in seinem fast schon goldigen Brocken - Englisch (nein, bei ihm ist das nicht lustiger als bei Elodie, weil er männlich ist, sondern weil man ihn trotz aller Sprachbarrieren noch verstehen kann - aber auch mit meiner Französin wird das Leben langsam leichter!) "We have a deal!": Und dann erklärte er mir das Geschäft - Ania, er und ich würden uns ein bis zwei mal in der Woche treffen, sie beiden würden mir die polnische Sprache näher bringen und ich sollte mit ihnen Englisch üben.
Ob das wirklich klappt, weiß ich natürlich nicht - aber hey, wir haben eingeschlagen!
Ob das wirklich klappt, weiß ich natürlich nicht - aber hey, wir haben eingeschlagen!
Mittwoch, 26. September 2007
Kaczynski ist eine Ente und ich habe eine Katze
Mein erster richtiger Arbeitstag ist definitv einen Blogeintrag wert.
Anwesend waren: Bascha, Wojtek, Martin und Agniescka (die Namen werden mit großer Wahrscheinlichkeit anders geschrieben - aber ich hab keine Ahnung wie). Bascha ist die Leiterin und außer mir einzige Arbeitskraft in der Galerie; eine freundlich, fröhliche Frau, die Straßenkatzen einsammelt und aufpäppelt. Wojtek ist schon etwas älter, plappert alles nach, was er aufschnappt, egal ob das nun grad ein polnisches oder ein englisches Wort ist und ist ein so sonniges Gemüt, dass man mit ihm eigentlich nur gut auskommen kann. Martin und Agnieschka sind trotz ihrer Behinderung ganz schön clever und sprechen beide auch einige Worte Englisch, was die Kommunikation extrem erleichtert - aber dazu später mehr.
Vormittags bestand meine Aufgabe darin, mit Wojtek aus Kreisen und Quadraten Figuren zu falten und zusammenzukleben. Nach einm Schmetterling, einer Schildkröte und einem Käfer bastelten wir eine Ente - so richtig schick mit riesengroßem Schnabel und Watschelfüßen. Wojtek zeigte die Ente stolz Agniescka und Martin, der daraufhin nur meinte: Kacynski! Und ja, er meinte wirklich Kacynski, denn er erklärte mir noch, dass es sich um "presidente" handeln würde. Köstlich! Kacynski ist eine Ente.
Nach dem Mittagessen bekam ich von Agniescka und Martin Polnischunterricht. Vor etwa einer Stunde, konnte ich noch ohne ablesen alle Wochentage und Zahlen nennen, vieles hab ich schon wieder vergessen, aber ein bisschen bleibt immer hängen. Auch so praktische Sätze wie "Ich habe eine Katze." hab ich gelernt - wer weiß wozu's gut ist.
Fein, nach der Polnischlektion hab ich mich auch gleich getraut am Stand Gemüse einzukaufen - zwar eher so mit zeigen, aber immerhin. Und ich musste 4 statt 3 Tomaten kaufen, weil ich 3 (trzy) einfach nicht aussprechen kann. Na und, Gemüse ist gesund!
Anwesend waren: Bascha, Wojtek, Martin und Agniescka (die Namen werden mit großer Wahrscheinlichkeit anders geschrieben - aber ich hab keine Ahnung wie). Bascha ist die Leiterin und außer mir einzige Arbeitskraft in der Galerie; eine freundlich, fröhliche Frau, die Straßenkatzen einsammelt und aufpäppelt. Wojtek ist schon etwas älter, plappert alles nach, was er aufschnappt, egal ob das nun grad ein polnisches oder ein englisches Wort ist und ist ein so sonniges Gemüt, dass man mit ihm eigentlich nur gut auskommen kann. Martin und Agnieschka sind trotz ihrer Behinderung ganz schön clever und sprechen beide auch einige Worte Englisch, was die Kommunikation extrem erleichtert - aber dazu später mehr.
Vormittags bestand meine Aufgabe darin, mit Wojtek aus Kreisen und Quadraten Figuren zu falten und zusammenzukleben. Nach einm Schmetterling, einer Schildkröte und einem Käfer bastelten wir eine Ente - so richtig schick mit riesengroßem Schnabel und Watschelfüßen. Wojtek zeigte die Ente stolz Agniescka und Martin, der daraufhin nur meinte: Kacynski! Und ja, er meinte wirklich Kacynski, denn er erklärte mir noch, dass es sich um "presidente" handeln würde. Köstlich! Kacynski ist eine Ente.
Nach dem Mittagessen bekam ich von Agniescka und Martin Polnischunterricht. Vor etwa einer Stunde, konnte ich noch ohne ablesen alle Wochentage und Zahlen nennen, vieles hab ich schon wieder vergessen, aber ein bisschen bleibt immer hängen. Auch so praktische Sätze wie "Ich habe eine Katze." hab ich gelernt - wer weiß wozu's gut ist.
Fein, nach der Polnischlektion hab ich mich auch gleich getraut am Stand Gemüse einzukaufen - zwar eher so mit zeigen, aber immerhin. Und ich musste 4 statt 3 Tomaten kaufen, weil ich 3 (trzy) einfach nicht aussprechen kann. Na und, Gemüse ist gesund!
Dienstag, 25. September 2007
Eine verschlossenen Tür, blaue Schultern und ein alter Mann in Jogginghosen
Unsere Haustür lässt sich durch einen Code öffnen: Man muss ihn eingeben, die Tür schnurrt wie ein asthmatisches Kätzchen, man wirft sich mit aller Kraft dagegen und dann steht man im Hausflur. Normalerweise. Gestern hat das nicht ganz so gut funktioniert: Nachdem Elodie vom Einkaufen zurück war und ich mein Lesestündchen im "Innenhof" unseres Hauses beendet hatte, warf ich mich wie immer todesmutig gegen die Tür - und nichts passierte. Wir versuchten es abwechselnd so an die 10 Mal, dann gaben wir auf. Der Schlüssel an unserem Schlüsselbund passt übrigens nicht in die Haustür, super!
Erst haben wir ein bisschen gewartet, auf was wussten wir glaub ich selbst nicht so genau. Dann haben wir Jarek angerufen, der natürlich von sich zu Hause aus nichts ausrichten konnte. Aber wir haben ihn angerufen. Jarek gab uns den Tip, doch einfach mal bei den Nachbarn zu klingeln. Schlau, was? Das Problem: In unserem Haus wohnen außer uns eigentlich nur alte Leute - und mit alt meine ich wirklich alt, so die Generation, die wahrscheinlich kein Englisch in der Schule gelernt hat. Egal, irgendwas mussten wir ja tun! Bei den ersten beiden Versuchen antwortete niemand, beim dritten Klingeln antwortete ein Mann. "Can you please open the door?", sagte ich so flehend und Mitleid erregend wie irgendwie möglich - eigentlich echt 'ne bescheurte Idee, denn ich würde als alter Herr wohl auch keinen jungen Menschen die Tür öffnen, die nicht mal die Landessprache beherrschen - alles Bettler und Lumpenpack;-). Eine Weile kam polnisches Geblubbel aus der Sprechanlage, bis ich ein verzweifeltes "No Polish" von mir gab - und siehe da, er verstand was ich meinte. Etwa zwei Minuten später beäugte er uns misstrauisch an der Haustür und blaffte "Who are you?" "We'are volunteers" war unsere schüchterne Antwort. "And we are living in this house." Er ließ uns rein und wartete bis wir die Wohnungstür geöffnet hatten - gut zu wissen, dass hier jemand aufpasst, wer so rein und rauskommt.
Doch Elodie und ich probierten noch ein bisschen aun der Haustür herum, versuchten sie von außen zu öffen, denn schließlich können wir nicht jeden Tag den armen alten Mann von seinem Sofa hochscheuchen. Da kam er wieder, schaute uns ungläubig an - wahrscheinlich dachte er bis dahin, dass wir einfach nicht kräftig genug waren - versuchte es selbst, und stellte fest, das tatsächlich etwas mit dem Schloss nicht stimmte. Als er sah, dass unser Schlüssel nicht zur Haustür passt, bat er Elodie und mich in seine Wohnung, die nach Kohl und alten Menschen roch, aber irgendwie trotzdem (oder vielleicht deswegen) gemütlich war. Er stellte uns seine Frau vor, eine süße Omi mit lila Obstflecken auf dem T- Shirt und beide zusammen erklärten uns in Englisch (!), dass ich doch bitte morgen früh um neun zu ihnen kommen soll und dann würden wir gemeinsam zu so nem Schlüssel-Heinz gehen und eine Kopie machen. Das nenn' ich mal Nachbarschaftshilfe!
Heute früh um neun stand ich vor seiner Tür und er erklärte mir so gut es ging, dass sie das Schloß aufgebrochen hätten, weil es auch nicht mit den anderen Schlüsseln zu öffnen ging. Jetzt bekommen wir ein neues Schloß und vielleicht ja auch einen Schlüssel dazu.
Erst haben wir ein bisschen gewartet, auf was wussten wir glaub ich selbst nicht so genau. Dann haben wir Jarek angerufen, der natürlich von sich zu Hause aus nichts ausrichten konnte. Aber wir haben ihn angerufen. Jarek gab uns den Tip, doch einfach mal bei den Nachbarn zu klingeln. Schlau, was? Das Problem: In unserem Haus wohnen außer uns eigentlich nur alte Leute - und mit alt meine ich wirklich alt, so die Generation, die wahrscheinlich kein Englisch in der Schule gelernt hat. Egal, irgendwas mussten wir ja tun! Bei den ersten beiden Versuchen antwortete niemand, beim dritten Klingeln antwortete ein Mann. "Can you please open the door?", sagte ich so flehend und Mitleid erregend wie irgendwie möglich - eigentlich echt 'ne bescheurte Idee, denn ich würde als alter Herr wohl auch keinen jungen Menschen die Tür öffnen, die nicht mal die Landessprache beherrschen - alles Bettler und Lumpenpack;-). Eine Weile kam polnisches Geblubbel aus der Sprechanlage, bis ich ein verzweifeltes "No Polish" von mir gab - und siehe da, er verstand was ich meinte. Etwa zwei Minuten später beäugte er uns misstrauisch an der Haustür und blaffte "Who are you?" "We'are volunteers" war unsere schüchterne Antwort. "And we are living in this house." Er ließ uns rein und wartete bis wir die Wohnungstür geöffnet hatten - gut zu wissen, dass hier jemand aufpasst, wer so rein und rauskommt.
Doch Elodie und ich probierten noch ein bisschen aun der Haustür herum, versuchten sie von außen zu öffen, denn schließlich können wir nicht jeden Tag den armen alten Mann von seinem Sofa hochscheuchen. Da kam er wieder, schaute uns ungläubig an - wahrscheinlich dachte er bis dahin, dass wir einfach nicht kräftig genug waren - versuchte es selbst, und stellte fest, das tatsächlich etwas mit dem Schloss nicht stimmte. Als er sah, dass unser Schlüssel nicht zur Haustür passt, bat er Elodie und mich in seine Wohnung, die nach Kohl und alten Menschen roch, aber irgendwie trotzdem (oder vielleicht deswegen) gemütlich war. Er stellte uns seine Frau vor, eine süße Omi mit lila Obstflecken auf dem T- Shirt und beide zusammen erklärten uns in Englisch (!), dass ich doch bitte morgen früh um neun zu ihnen kommen soll und dann würden wir gemeinsam zu so nem Schlüssel-Heinz gehen und eine Kopie machen. Das nenn' ich mal Nachbarschaftshilfe!
Heute früh um neun stand ich vor seiner Tür und er erklärte mir so gut es ging, dass sie das Schloß aufgebrochen hätten, weil es auch nicht mit den anderen Schlüsseln zu öffnen ging. Jetzt bekommen wir ein neues Schloß und vielleicht ja auch einen Schlüssel dazu.
Montag, 24. September 2007
"What will we do on monday, Natalia?"
Ihre Antwort: "We will decide about your future!"
Heute wurde also offiziell über meine Zukunft entschieden. Ich werde das nächste Jahr in einer Galerie arbeiten, in der geistig Behinderte ihre Werke ausstellen bzw. (Achtung, Wortwitz:) rumwerkeln.
Wie genau meine Aufgaben dort verteilt sind, weiß ich noch nicht so recht; gesehen habe ich diesen Ort auch noch nicht. Aber es klingt erstmal so weit ganz prima.
Außerdem, und darauf freue ich mich wirklich, werde ich einigen Behinderten einmal in der Woche Englischunterricht geben - vielleicht lerne ich da nebenbei auch noch ein bisschen Polnisch. Wär' wohl ganz praktisch.
Morgen werd' ich mir die ganze Sache mal angucken - praktischerweise ist die Galerie in der Danziger Altstadt, das erspart mir die Zugfahrt und ich kann morgens länger schlafen. Super!
Liebe Grüße an alle, haltet die Ohren steif!
Heute wurde also offiziell über meine Zukunft entschieden. Ich werde das nächste Jahr in einer Galerie arbeiten, in der geistig Behinderte ihre Werke ausstellen bzw. (Achtung, Wortwitz:) rumwerkeln.
Wie genau meine Aufgaben dort verteilt sind, weiß ich noch nicht so recht; gesehen habe ich diesen Ort auch noch nicht. Aber es klingt erstmal so weit ganz prima.
Außerdem, und darauf freue ich mich wirklich, werde ich einigen Behinderten einmal in der Woche Englischunterricht geben - vielleicht lerne ich da nebenbei auch noch ein bisschen Polnisch. Wär' wohl ganz praktisch.
Morgen werd' ich mir die ganze Sache mal angucken - praktischerweise ist die Galerie in der Danziger Altstadt, das erspart mir die Zugfahrt und ich kann morgens länger schlafen. Super!
Liebe Grüße an alle, haltet die Ohren steif!
Samstag, 22. September 2007
Geht doch!
Ja, die Lehrer haben's immer gewusst: "Man muss sich nur ein bisschen anstrengen, dann geht das schon."
Elodie heißt mein scheinbar unlösbares Problem. Elodie wohnt mit mir in einem Zimmer. Und Elodie ist eine außerordentlich nette und höfliche Französin. Elodie bietet mir Tee an, wenn sie Wasser aufsetzt. Elodie ist also echt ein nettes Mädel. Aber Elodie spricht kein Englisch. Oder zu mindest kaum. Und wenn, dann mit einem so derben französischen Akzent, dass es mit Englisch eigentlich schon wieder nichts mehr zu tun hat. Dass ist nicht schlimm, denn jeder hat irgendwann mal angefangen eine Sprache zu lernen, ich spreche auch nur Holperfranzösisch und Brockenpolnisch (wenn überhaupt). Nur manchmal, manchmal wäre es doch irgendwie praktisch, wenn man das Gefühl hätte die Person gegenüber versteht was man ihr sagen will. Zum Beispiel gestern Nacht: Wir - das sind Elodie, Ugur (unser türkischer Mitbewohner), Natalia (unsere Mentorin und Ansprechpartnerin in jeder Lebenslage) und Natalias Freunde - waren in einem Club in Sopot. Ich wollte zusammen mit Elodie mit dem Zug nach Hause fahren, hab ihr also mit Händen und Füßen und Auf-die-Uhr-Zeigen erklärt, wann wir zur Haltestelle laufen. Sie hat wissend geguckt (das muss ich jetzt zu meiner Verteidgung sagen) und gemeint, dass sie so lange draußen wartet. Etwa 20 Minuten später wollte Natalia uns zum Zug bringen - nur Elodie war weg. Also sind wir wirklich(!) besorgt losgestiefelt und haben uns ausgemalt, wo die arme Elodie gelandet sein könnte. Des Rätsels Lösung war reichlich unspektakulär: Sie stand am Bahnhof. So und nun eine Aufgabe an alle zu Hause: Versucht einmal ohne Sprache und nur mit Mimik und Gestik zu erklären, dass das echt nicht besonders cool ist, einfach loszulaufen. Puh!
Irgendwie muss sie das aber dann doch verstanden haben, dann kurz vorm einschlafen hat sie mich mit großen Augen angeguckt und "Äh äh äh sorrrie for sis äh äh äh (fragender Blick) night (erleichterter Blick)" gesagt.
Heute haben wir zusammen gekocht und ich habe mir gesagt: Komm schon, streng dich ein bisschen an, bleib ruhig, sie kann nichts dafür usw. usw.
Es hat funktioniert, es war lustig und ich hatte das Gefühl, dass sie mehr verstanden hat als sont - nur Einbildung? Ist doch egal!
Elodie heißt mein scheinbar unlösbares Problem. Elodie wohnt mit mir in einem Zimmer. Und Elodie ist eine außerordentlich nette und höfliche Französin. Elodie bietet mir Tee an, wenn sie Wasser aufsetzt. Elodie ist also echt ein nettes Mädel. Aber Elodie spricht kein Englisch. Oder zu mindest kaum. Und wenn, dann mit einem so derben französischen Akzent, dass es mit Englisch eigentlich schon wieder nichts mehr zu tun hat. Dass ist nicht schlimm, denn jeder hat irgendwann mal angefangen eine Sprache zu lernen, ich spreche auch nur Holperfranzösisch und Brockenpolnisch (wenn überhaupt). Nur manchmal, manchmal wäre es doch irgendwie praktisch, wenn man das Gefühl hätte die Person gegenüber versteht was man ihr sagen will. Zum Beispiel gestern Nacht: Wir - das sind Elodie, Ugur (unser türkischer Mitbewohner), Natalia (unsere Mentorin und Ansprechpartnerin in jeder Lebenslage) und Natalias Freunde - waren in einem Club in Sopot. Ich wollte zusammen mit Elodie mit dem Zug nach Hause fahren, hab ihr also mit Händen und Füßen und Auf-die-Uhr-Zeigen erklärt, wann wir zur Haltestelle laufen. Sie hat wissend geguckt (das muss ich jetzt zu meiner Verteidgung sagen) und gemeint, dass sie so lange draußen wartet. Etwa 20 Minuten später wollte Natalia uns zum Zug bringen - nur Elodie war weg. Also sind wir wirklich(!) besorgt losgestiefelt und haben uns ausgemalt, wo die arme Elodie gelandet sein könnte. Des Rätsels Lösung war reichlich unspektakulär: Sie stand am Bahnhof. So und nun eine Aufgabe an alle zu Hause: Versucht einmal ohne Sprache und nur mit Mimik und Gestik zu erklären, dass das echt nicht besonders cool ist, einfach loszulaufen. Puh!
Irgendwie muss sie das aber dann doch verstanden haben, dann kurz vorm einschlafen hat sie mich mit großen Augen angeguckt und "Äh äh äh sorrrie for sis äh äh äh (fragender Blick) night (erleichterter Blick)" gesagt.
Heute haben wir zusammen gekocht und ich habe mir gesagt: Komm schon, streng dich ein bisschen an, bleib ruhig, sie kann nichts dafür usw. usw.
Es hat funktioniert, es war lustig und ich hatte das Gefühl, dass sie mehr verstanden hat als sont - nur Einbildung? Ist doch egal!
fränzchen klein, ging allein...
...gut, "in die weite welt hinein" mag vielleicht ein bisschen übertrieben klingen, wenn man sich überlegt, dass polen unser nachbarland, mitglied der eu und auch sonst nicht unbedingt mit uganda zu vergleichen ist, ABER für mich fühlt es sich schon trotzdem ganz schön weit an...
Seit dem 17.09.2007 habe ich nun offiziell meinen Zweitwohnsitz in Danzig. Und weil hier doch immer mal ganz lustige Dinge passieren, oder vielleicht auch nur, weil ihr wissen wollt, wie's mir so geht, könnt ihr hier ja immer mal reinschauen. Ich würde mich natürlich echt freuen, wenn ihr euer Interesse gelegentlich durch einen Kommtentar bezeugen würdet;-).
In diesem Sinne: Lasst es euch gut gehen, liebste Grüße von der Fränze...
Seit dem 17.09.2007 habe ich nun offiziell meinen Zweitwohnsitz in Danzig. Und weil hier doch immer mal ganz lustige Dinge passieren, oder vielleicht auch nur, weil ihr wissen wollt, wie's mir so geht, könnt ihr hier ja immer mal reinschauen. Ich würde mich natürlich echt freuen, wenn ihr euer Interesse gelegentlich durch einen Kommtentar bezeugen würdet;-).
In diesem Sinne: Lasst es euch gut gehen, liebste Grüße von der Fränze...
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