Donnerstag, 27. September 2007

Cola in Papryka und eine Erkenntnis

Mit Englisch kommt man in Polen nicht besonders weit. Die Erkenntnis hab ich schon bei meiner Anreise auf dem Hauptbahnhof in Stettin gewonnen. Der freundliche Kofferträger, der sich mit meinem geschätzten 100kilo - Gepäck abquälte, sprach kein Wort Englisch. Die Klofrau auch nicht. Und auch nicht der Azubi am Ticketschalter. Man kann sich mit Händen und Füßen verständigen, ja, aber mit Englisch kommt man häufig nicht besonders weit. Als ich dann feststellen musste, dass auch die Kommunkation mit meinen Mitbewohner nicht unbedingt auf soliden Englischkenntnissen fußt, fragte ich mich dann doch, wozu mir diese Sprache hier noch ernsthaft was nützen sollte. Gestern abend bei einem Glas guter alter Coca Cola in einem Club in Sopot namens "Paprycka" kam mir die Erkenntnis: Meine Englischkenntnisse haben einen Tauschwert! Ugur (mein türkischer Mitbewohner), Jacek und Ania (Freunde unserer Mentorin Natalia) und ich lauschten der Jam - Session und lachten über den Spaßvogel, der am Mikrofon rumhampelte und Anstalten machte seine Sweatjacke mit der Aufschrift "American" zu öffen, während er trunken durch seine gelbe Sonnenbrille blinzelte. Da sagt Jacek in seinem fast schon goldigen Brocken - Englisch (nein, bei ihm ist das nicht lustiger als bei Elodie, weil er männlich ist, sondern weil man ihn trotz aller Sprachbarrieren noch verstehen kann - aber auch mit meiner Französin wird das Leben langsam leichter!) "We have a deal!": Und dann erklärte er mir das Geschäft - Ania, er und ich würden uns ein bis zwei mal in der Woche treffen, sie beiden würden mir die polnische Sprache näher bringen und ich sollte mit ihnen Englisch üben.
Ob das wirklich klappt, weiß ich natürlich nicht - aber hey, wir haben eingeschlagen!

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