Freitag, 14. Dezember 2007

Mam nadzieję, że nauczę się mówić po polsku...

Ja, ihr seht richtig, ich kann jetzt die ganzen lustigen polnischen Buchstaben mit meiner Tastatur schreiben. Und da sich der gestrige Tage wirklich hervorragend eignet, um mal über meine kleinen Polnisch - Lernfortschritte Bericht abzulegen, nutze ich das gleich mal aus. (Ich bin mir natürlich trotzdem nicht sicher, ob das, was ich hier so aufschreibe, grammatikalisch korrekt ist und ob die Rechtschreibung stimmt.)

Situation 1: Ein typischer Tag in der Galerie. Die Standard - Bastelanleitungen wie "Kleb das ma hierhin!" und "Nicht schief!" funktionieren inzwischen auch auf Polnisch ganz gut. Ich verstehe auch, dass sich Agnieszka gerade tierisch über Marcin aufregt, was sie aber an ihm auszusetzen hat, bleibt (für mich) verborgen. Ich verstehe, dass mir Danuta vorschlägt, ich könnte mir doch mal die Lippen rot anmalen. Ich kann ihr anworten, dass mir das nicht gefällt. Aber als Ewa dann anfängt loszulegen, verstehe ich wieder nichts, auch wenn sie versucht jedes "ja" in ihrer Rede wahlweise durch "I" oder "Ich" zu ersetzen - allerliebst von ihr, aber dieses Wort hab ich doch ausnahmsweise in meinem Wortschatz.
Situation 2: Ich muss zu Jarek ins Büro, um mir mein "food money" abzuholen. Bewaffnet mit einer Plastetüte voller Weihnachtskarten, die ich noch fix bei den Workshops vorbeibringen soll, mache ich mich auf den Weg zur Straßenbahnhaltestelle. Mist, keine Tickets mehr. Bei meinem Verbrauch dürfte es sich doch eigentlich lohnen, gleich mal 10 Tickets zu kaufen...also zum Kiosk gestapft und "Dziewięć bilety ZKM proszę!" gesagt. Zwei gelangweilte Augen blicken mich an und sagen: "Za ile?" Oh, super, "ile" verstehe ich, das heißt "wieviel". Seltsam, grad hab ich der Dame doch berichtet, dass ich zehn Tickets kaufen möchte. Na egal, ich sag's einfach noch mal, man weiß ja nie, ob die Aussprache korrekt war. Nach dem zweiten "Dziewięć" schaut sie nicht mehr gelangweilt, sondern ernsthaft genervt und sagt: "Tak, ale za ile?" Ach so, es geht gar nicht um die Anzahl, sondern darum, ob ich ein Ticket für 0,70 oder 1,40 zł kaufen möchte. Nachdem ich der Dame mitgelteilt habe, dass ich normale Tickets haben möchte (40 kann ich leider noch nicht auf Polnisch sagen, steht aber auf der Liste der Wörter, die ich schon seit Ewigkeiten mal nachschlagen will), wundere ich mich dann doch ein bisschen, warum 10 Tickets nicht 14 zł kosten. Des Rätsels Lösung: "Dziewięć" heißt "neun"!
Situation 3: Ich bin gerade in den Workshops und bringe noch fix die Weihnachtskarten vorbei. Auf der Suche nach Monika komme ich in einen Raum, in dem zwei ältere Herren an einer Maschine herumfuhrwerken. Irgendwas wichtiges liegt ihnen am Herzen, sie reden schnell und aufgeregt. Da bleibt mir nur mein Standartsatz: "Przepraszam, ale ja nie rozumiem po polsku." (Entschuldigung, aber ich verstehe kein Polnisch.) Die Antwort: "Ale Panie mowie po Polsku." (Aber Sie sprechen Polnisch.) Meine Antwort: "Tak, ale bardzo trochę!" (Ja, aber nur wenig.) Ihre Antwort: "Ale bardzo dobrze Panie mowie po polsku." (Aber Sie sprechen sehr gut Polnisch). Fast kann ich mich nicht entscheiden zwischen einem ungläubigen Grinsen und einem schüchternen "Dziękuję!"
Situation 4: Hardchore Weihnachtsshopping in der Galeria Bałtycka - 4 Stunden gezielt nach Geschenken rennen. Vollkommen erledigt, weil ich die ganzen bunten Schilder, die auf Rabattaktionen hinweisen nur so unvollständig verstehe, dass ich nicht weiß, ob ich jetzt zwei Schlüpfer zum Preis von einem kaufen kann, oder ob ich eine Paar Gratishandschuhe bekomme, wenn ich mir diesen Schal zulege, bestelle ich mir bei Mac Donalds einen Cheeseburger - yeah, es lebe die internationale Fastfood - Sprache, dachte ich, bis mich die Frau mit dem Cappi anguckt und zurückfragt: "Cheeseburgera?" Häh? Wo kommt denn jetzt das a her? Weder steht das auf der Tafel noch hab ich irgendeins dieser tückischen Pronomen verwendet, auf die stets ein anderer Fall und damit eine andere Wortendung folgen.
Situation 5: Oh schön, fast zu Hause, nur noch durch den Fugängertunnel. Und was sehe ich da? Ein Pappschild mit einer Filzstiftaufschrift, die übersetzt besagt: "Billige Strumpfhosen - große Auswahl". Mit der Frage, was genau man unter billigen Strumpfhosen verstehen muss, werde ich allein gelassen.

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